Tobias Härtling

„Laut der Oticon™ Internetseite gibt es seit Juni 2016 eine neue Hörgeräteplattform – die „Oticon Opn“, bescheiden als „..eine neue Ära grenzenloses Hörens“ beschrieben.

Ich hatte am 11.6.2016 die Möglichkeit, ein Pärchen der neuen Geräteklasse zu testen.

Die Geräte werden mit einer 312er Batterie betrieben, unterstützen im Moment zwei Hörerklassen und schmiegen sich angenehm hinter die Ohren – auch bei mir, als Brillenträger.

Die Anpassung verläuft Oticon-like sehr einfach. Während der Anpassung werden 5 Fragen gestellt und anhand von Klangbeispielen untermauert. Dies gelingt sehr gut. Die Geräte sind am Ohr und werden drahtlos programmiert. Es gibt noch ein paar Zugeständnisse an mein Lärmempfinden und die Möglichkeit Programme zu hinterlegen – doch eigentlich soll dies alles voll automatisch geschehen. Ich wollte die Auswahl allerdings, da in der zugehörigen Telefon-App die Möglichkeit besteht, diese auch einzeln anzuwählen. Dazu aber später mehr. Kurzer Rückkopplungstest…Anpas-Sitzung speichern, Geräte starten neu. Los geht’s!

Die Konnektivität (I) soll bei den Opn-Geräten einen neuen Maßstab setzen. Zwei Funksysteme sind verbaut. Oticon™ setzt auf eine „Nearfield-Communication“, die in einem anderen Frequenzband als z.B. Bluetooth funkt und weniger Energie verbraucht. Eine Mikrofonmatrix kann so ebenfalls realisiert werden. Als Mittler zwischen den Welten – sprich zu Handy, Streamer und Co. wird dann zusätzlich Bluetooth genutzt. Dies lässt natürlich eine längere Lebensdauer der Batterie zu, als es die Geräte von anderen Herstellern bieten. Auch haben diese Hersteller die Bluetooth-Kommunikation verbaut, jedoch ist die Ohr-zu-Ohr-Übertragung schwerfälliger und verbraucht mehr Energie, da durch so manchen Wasserkopf zwischen den Geräten viel von den elektromagnetischen Wellen verschluckt wird. Auch lässt sich bei den zuletzt genannten Geräten kaum noch anderes Equipment koppeln. Dies lässt Oticon™ aber nun zu.

Ich trage meine alten Geräte nun schon über 5 Jahre und habe zwischendurch immer mal wieder andere Geräte und andere Hersteller getestet. Das Fokussieren auf Stimmen, Sprache und die Unterdrückung aller anderen Geräusche war bisher das Maß der Dinge. Dies macht nun Oticon™, laut der Beschreibung anders. Offensichtlich, denn das Hörgefühl ist wirklich anders! Ob bei Straßenlärm, Gruppen oder in der Ruhe, stets waren viele Geräusche wahrnehmbar.

Das Konzentrieren auf die Stimmen, die man hören wollte, brachte das gewünschte Verständlichkeit-Ergebnis. Natürlich war es für mich am Anfang schon eine gehörige Umstellung, auch die vielen anderen Geräusche erheblich „klarer“ wahrzunehmen. Das ausgemachte Ticken des Blinkers, der bisher schon sehr gut hörbar war, wurde übertrieben stark dargestellt. Hier ist sicherlich noch Handlungsbedarf bei der Einstellung, und dies sollte auch möglich sein. Insgesamt überzeugt mich das System absolut!

Der Hang zur Rückkopplung (Pfeifen) im Alltag, ist faktisch nicht mehr zu erkennen. Dies hatte mich bisher immer sehr gestört.

Die Konnektivität (II) soll hier noch einmal behandelt werden. Als iPhone-Besitzer habe ich mir schnell die zugehörige App – „oticon ON“ installiert (kostenlos). Die Verbindung des iPhones mit den Geräten verlief in Sekundenschnelle – die Hörgeräte einmal aus und wieder eingeschaltet, im Systemmenü Allgemein/Bedienungshilfen/Hörgeräte, die Suche gestartet und nach der Koppelaufforderung war alles getan.

Nun erhält man die Angaben über die Batterieleistung der einzelnen Geräte direkt ins Ohr, kann auch die Lautstärke bequem vom Telefon aus einstellen. Das Streamen von Musik klappte vorzüglich und in einer wirklich guten Qualität –wie das eben ein Gehörgeschädigter einschätzen kann.

Die App auf dem Telefon ermöglicht es, Programme anzuwählen-auch wenn dies so eigentlich nicht notwendig ist – und die Lautstärke einzustellen. Das Auffinden der Geräte ist möglich – naja, eigentlich am letzten Punkt, an dem Hörsysteme und Telefon das letzte Mal gekoppelt waren.

Neu ist hier die Möglichkeit, in Zusammenhang mit der Internetplattform „IFTT“, das Smart-Home bzw. Connected-Home auch mit dem Hörsystem zu vernetzen.

Meine Einschätzung: Für die Zukunft gerüstet.

Als Zusammenfassung lässt sich sagen: ein tolles System mit ganz vielen Möglichkeiten, das mit althergebrachten bricht. Das Sprachverständnis leidet nicht und macht im Gegenteil die Kommunikation zu anderen Menschen und der Technik einfacher!“

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